Selbst ernannte Finanzgurus werben für Anlage-Algorithmen. Doch der Traum von der automatischen Geldvermehrung wird für viele Anleger zum Albtraum.
Düsseldorf. Der Mann, der sich online nur finanzenverstehen nennt, ist mit seinem Experiment zufrieden. Vor etwa fünf Wochen habe er 750 Euro mit Velvet Autoinvest angelegt, schrieb er am 13. Oktober auf Instagram, damit könnten Kunden „kinderleicht automatisch investieren“. Er selbst habe ordentlich Gewinn gemacht. Das Ergebnis: mehr als 20 Prozent Rendite.
Finanzenverstehen ist nur einer von Tausenden Finanz-Influencern, kurz: Finfluencern. Sie geben ihren Followern in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Tiktok Tipps zu Geldfragen.
Allein finanzenverstehen folgen auf Instagram fast 90.000 Accounts. Doch der Fall Velvet zeigt, wie gefährlich es ist, solch selbst ernannten Anlagegurus zu glauben: Immer wieder werben sie auch für Produkte, mit denen Anleger viel Geld verlieren können.
Julius Franck-Oberaspach und Jonathan Hirsch, beide kaum Berufserfahrung, gründeten Velvet laut Firmenwebsite 2018 in Stuttgart. Das Start-up verspricht Kunden Zugang zu Algorithmen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren sollen. Diese sollen mit Devisenpaaren handeln und das Geld der Velvet-Kunden im besten Fall automatisch mehren. Mindesteinlage: 750 Euro bis 3000 Euro, je nach Risikobereitschaft.


